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Reiseberatung Apotheke

Reiseberatung: Sicher und gesund reisen

Reisen in (sub)tropische Länder kann mit einem erhöhten Risiko für gewisse Erkrankungen verbunden sein. Im Folgenden geht es vor allem um impfpräventable Erkrankungen sowie Mücken-übertragbare Erkrankungen und Reise-Durchfall. 

Um das Risiko einer Erkrankung während einer Reise möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, vor der Reise eine reisemedizinische Beratung zu besuchen. Dort können mögliche gesundheitliche Risiken und die entsprechenden Präventionsmassnahmen besprochen und Impfungen verabreicht werden.  

Die Reiseberatung in der Apotheke bietet umfassende Informationen und Empfehlungen für Ihre Reise, einschließlich notwendiger Impfungen, Vorsorgemaßnahmen und der Zusammenstellung einer Reiseapotheke. Unsere Fachleute beraten Sie individuell und passen die Empfehlungen an Ihr Reiseziel und Ihre persönlichen Bedürfnisse an.

Prävention von Mücken-übertragbaren Erkrankungen

Einer der wichtigsten präventiven Massnahmen auf einer Reise in (sub)tropische Länder ist die Vermeidung von Mücken übertragenen Erkrankungen wie z.B. Malaria, Dengue, etc. durch guten Mückenschutz. Mückenschutz besteht aus einer Kombination von Massnahmen:

  • Idealerweise werden lange, helle Kleider getragen, sofern dies mit den geplanten Aktivitäten vereinbar ist. 
  • Zusätzlich sollten Mückenschutzmittel angewendet werden. Diese gibt es für die Haut und für die Kleidung. Für einen möglichst guten Schutz sollten diese Produkte kombiniert werden. Am wirksamsten sind Produkte für die Haut, welche entweder DEET, Icaridin oder Zitroneneukalyptusöl enthalten. Bei den Produkten für die Kleidung ist Permethrin der beste Wirkstoff. Neben der Auswahl der richtigen Produkte ist auch auf die korrekte Anwendung zu achten: Produkte für die Haut müssen mehrmals pro Tag angewendet werden. 
  • In Gebieten, in denen Malaria vorkommt, sollten Reisende nachts unter einem Moskitonetz schlafen oder in einem Raum mit geschlossenen Fenstern oder laufender Klimaanlage.
  • In Gebieten mit hohem Malariarisiko (www.healthytravel.ch) wird zudem die Einnahme einer Malaria-Prophylaxe empfohlen. Generell sollte bei Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einer (sub)tropischen Region immer ein Arzt aufgesucht werden. Besonders wichtig ist die schnelle Abklärung auf Malaria während oder nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Gebiet, auch wenn eine Prophylaxe eingenommen wurde. Eine Malaria kann lebensgefährlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird. 

Prävention von Reise-Durchfall

Reise-Durchfall gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen bei Reisenden in (sub)tropische Länder. Ungefähr 10-40% aller Reisenden leiden daran.

Die wichtigste Massnahme, um Reisedurchfall zu vermeiden ist, niemals unbehandeltes Leitungswasser zu trinken. Wasser sollte idealerweise aus Flaschen kommen, vor dem Konsum sollte zudem darauf geachtet werden, dass diese korrekt verschlossen sind.

Heisse, gut durchgekochte Speisen gelten als relativ sicher. Nahrungsmittel wie z.B. Speisen mit rohen Eiern, ungenügend durchgekochtes Fleisch oder über längere Zeit ungekühlt gelagerte Nahrungsmittel sind ein Risiko für das Auftreten von Reisedurchfall. 

Falls Durchfall auftritt, ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Dafür können entweder orale Rehydrierungslösungen verwendet werden, oder aber eine Kombination aus gesüsstem Tee und Salzgebäck. Süssgetränke eignen sich dafür nicht, da der hohe Zuckergehalt den Durchfall eher fördert.

Durch Impfungen verhinderbare Erkrankungen

Reisende sollte gemäss Basis-Impfplan der Schweiz up to date sein, bevor sie ins Ausland reisen. 

Hepatitis A

Zusätzlich können je nach Reisedestination, -art und –dauer noch zusätzliche Impfungen für die Reise empfohlen sein. An erster Stelle steht hier die Hepatitis A-Impfung, welche allen Reisenden ab dem 1. Geburtstag empfohlen wird. Bei Hepatitis A handelt es sich um eine Virus-Erkrankung der Leber. Die Viren können durch Nahrungsmittel oder Wasser übertragen werden. 

Tollwut

Eine zweite wichtige Reiseimpfung ist die Impfung gegen Tollwut. Tollwut kann in Ländern, in welchen es noch Tollwut gibt, durch Säugetiere übertragen werden, wenn diese beissen, kratzen oder über eine offene Wunde lecken. Da man einem Tier nicht immer ansieht, ob es tollwütig ist, muss bei jedem möglichen Tollwutkontakt sofort ein Arzt konsultiert werden, um eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe durchzuführen. Die Postexpositionsprophylaxe ist bei vorgeimpften Personen deutlich einfacher als bei nicht vorgeimpften Personen. 

Gelbfieber

Eine weitere klassische «Reiseimpfung» ist die Impfung gegen Gelbfieber. Gelbfieber ist eine Viruserkrankunge, welche durch Mücken übertragen wird und in gewissen Regionen Afrikas und Südamerikas vorkommt. Die Impfung wird bei Reisenden empfohlen, welche in ein Gelbfiebergebiet reisen. Teilweise ist die Gelbfieberimpfung sogar obligatorisch, um überhaupt einreisen zu können. Die Gelbfieberimpfung darf nur von dafür autorisierten Stellen durchgeführt werden.

Typhus

Für Langzeitreisende, Reisende welche unter schlechten hygienischen Bedingungen unterwegs sind und bei Reisenden in gewisse Regionen Asiens wird eine Impfung gegen Typhus (Salmonella Typhi) empfohlen. Typhus kann, wie auch Hepatitis A, über Wasser oder Lebensmittel übertragen werden und führt zu hohem Fieber und manchmal auch Bauchschmerzen und Durchfall. Die Erkrankung muss mit Antibiotika behandelt werden.

Kinderlähmung

Bei Poliomyelitis («Kinderlähmung») ist es für die meisten Reiseländer ausreichend, eine abgeschlossene Basisimmunisierung gemäss Schweizer Impfplan zu haben. Für einige Reiseländer, v.a. in Afrika südlich der Sahara, wir jedoch nach wie vor eine Booster-Impfung empfohlen. Bei Poliomyelitis handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche zu Lähmungserscheinungen führen kann. Die Erkrankung kann, entgegen der Benennung «Kinder»lähmung auch Erwachsene betreffen.

Japanische Enzephalitis

Bei Langzeitreisenden in ländliche Regionen Asiens ist eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis empfohlen. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Mücken-übertragene Erkrankung, welche allerdings bei Reisenden äusserst selten ist 

Zusammenfassend sind die wichtigsten Massnahmen für eine gesunde Reise eine Kombination aus Impfungen, Mückenschutz und eine vernünftige Nahrungsmittelhygiene. Sollte Fieber auftreten oder eine potentielle Tollwutexposition, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. 


Bild: adobe stock

Kontakt: Dr. pharm. Tatiana Fässler Tassopoulos, t.tfaessler@smartmedsolutions.ch, +41 76 438 11 73